aktualisiert am 8. Juni 2015

Systemische Sozialarbeit

Systemische Sozialarbeit umfasst eine Vielfalt von Theorien, Methoden und Haltungen – mit diesem Begriff werden also ganz unterschiedliche Ansätze bezeichnet, die jeweils durch die Menschen bestimmt werden, die sie anwenden. Systemische Sozialarbeit als Arbeitsansatz entspricht einem Werkzeug (keiner Wahrheit), das es in den unterschiedlichsten Ausführungen gibt. Die Menschen, die systemisch arbeiten, verwenden dieses Werkzeug, d.h. die dahinter stehenden Ideen, Konzepte, Einstellungen und Methoden im Hinblick darauf, ob und wann sie nützlich sind. Angesichts der Vielfalt unterschiedlicher Ansätze ist ein wesentliches Kennzeichen systemischer Sozialarbeit damit offensichtlich auch das Aushalten-Können von Vielfalt und der Verzicht auf eine einzige Wahrheit.

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Systemisch heißt für uns,

u.a. von folgenden Voraus-Setzungen auszugehen:

  • Es gibt immer mindestens sieben Möglichkeiten.
  • Die Umwelt, die wir wahrnehmen, ist unsere Erfindung.
  • Probleme sind Ansichtssache.
  • Alles fließt. Veränderung findet immer statt. Vorfall statt Rückfall.
  • Menschen tun immer das, was sie wollen.
  • Menschen sind die Experten für ihr Leben.
  • Jeder hat gute Gründe für das, was er/sie tut.
  • Alle Menschen wollen immer kooperieren.
  • Systeme existieren. Stimmt’s? Stimmt nicht!
  • Theorien sind Werkzeuge

Diese Voraus-Setzungen sind für uns nicht „wahr“, können aber nützlich sein, sozusagen als Arbeitshypothesen – und häufig gerade dann, wenn es schwierig wird (und sie schwierig anzuwenden scheinen), können sie brauchbar werden.

Was das im einzelnen in der Sozialarbeit bedeuten kann, und wie diese Voraus-Setzungen im Arbeitsalltag in praktisches Handeln übersetzt werden können, ist u.a. Gegenstand des Masterstudiums Systemische Sozialarbeit.

Dabei bemühen wir uns auch, unsere Lehre auf systemische Art und Weise zu gestalten:

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Systemisch zu lehren und zu lernen heißt für uns

  • das Vorwissen der Studierenden, ihre Sichtweisen und ihr Erkenntnisinteresse als Ressourcen zu sehen, einzubeziehen und zu nutzen,
  • das Gelehrte als ein Angebot an die Studierenden zu verstehen,
  • Lernen als einen aktiven Prozess des gemeinsamen Konstruierens zu verstehen,
  • Studieninhalte aus unterschiedlichen Perspektiven vorzustellen,
  • davon aus zu gehen, dass wissenschaftliche Theorien keine endgültigen Wahrheiten formulieren,
  • Lehren als die Verstörung bisheriger Denk- und Handlungsmöglichkeiten zu begreifen und den Studierenden die Möglichkeit zu eröffnen, gelehrte Theorien, Haltungen und Methoden in Abhängigkeit angestrebter Ziele und möglicher Problemlösungen zu beurteilen,
  • den Studierenden vielfältige Möglichkeiten interaktiven und experimentellen Lernens zur Verfügung zu stellen und Lernen immer als autonomen Prozess der Wissensaneignung zu begreifen,
  • durch anregende Lernumgebungen Neugierde, Staunen und Zweifeln der Studierenden zu nutzen, um ein Lernen mit Spaß zu ermöglichen.