aktualisiert am 11. Oktober 2012

Workshops

Die Workshops werden zweisprachig (D/E) oder nur in Deutsch (D) bzw. Englisch (E) angeboten. Vereinbart ist, dass jede/r überall und jederzeit um Übersetzungs-Unterstützung bitten darf und kann.
Wir bitten Sie sich für die Workshops am Empfang vor Tagungsbeginn einzutragen.

Workshops A (11.00 Uhr – 12.30 Uhr)

A1 – Claudia Zeckel: Geschwister – Experten für ihre Familie und Experten füreinander (D)
Die Geschwisterarbeit in Familien mit Kindern und Jugendlichen im Autismusspektrum ist ein Anwendungsgebiet systemischer Methoden in der pädagogischen Praxis. Als Experten für ihre Familien haben Geschwister viele Kompetenzen und können durch gezielte Stärkung viele Belastungen aufgrund ihrer herausfordernden Geschwister mit Gewinn durchstehen. Dieses Experten-Wissen macht sie zudem zu den besten Ratgebern auch füreinander. Im Workshop werden einige ressourcenorientierte und kreative systemische Methoden für Familiengespräche und die Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen vorgestellt.

A2 – Anke und Michael Maas-Lowit: Die Herausforderung, in Situationen großen Risikos und gesetzlicher Vorgaben systemisch zu arbeiten (D/E)
Das “Mental Health Office (MHO)” ist eine besondere Aufgabe der Sozialen Arbeit innerhalb des Schottischen Rechtssystems. SozialarbeiterInnen sollen dort ihre professionellen Fähigkeiten, Kenntnisse und Erfahrungen einbringen, wenn Menschen aufgrund von Fremd- oder Eigengefährdung in ihrer Freiheit eingeschränkt werden. Eine Untergruppe davon betrifft “psychisch kranke Straftäter”, die aufgrund ihrer psychischen Erkrankung besonders schwere und u.U. besonders gewalttätige Verbrechen begangen haben. Die in diesem Amt beschäftigten SozialarbeiterInnen haben u.a. mit der Schottischen Regierung, den Gerichten und den Hochsicherheitskrankenhäusern, den Opfern, ihren Angehörigen sowie den Tätern zu tun, die als besonders gefährlich eingestuft werden und über die die Medien häufig besonders ausführlich berichten.

A3 – Bernhard Lehr: Aufstellungen mit Stühlen (D/E)
Die TeilnehmerInnen sollen einen Einblick und ersten Umgang in der Anwendung der Methode der Aufstellungsarbeit mit Sesseln erhalten. Diese Aufstellungsweise eignet sich sehr gut zur Reflexion von Problemkonstellationen. Sie hilft zur Analyse in der Fallarbeit in der Sozialen Arbeit und in der Teamentwicklung. Sie hilft Wirkungszusammenhänge und Kommunikationskreisläufe sichtbar und erfahrbar zu machen. Die TeilnehmerInnen bringen eigene Fälle oder Erfahrungen ein. Die Methode wird mittels Fallgeschichten vorgestellt und die Wirkungsweise durch Bezugnahme zu systemischen Prinzipien und Theorien erläutert.

A4 – Michaela Judy: Wer Hilfe braucht, bleibt ohnehin weg! Sozialarbeit in der Erwachsenenbildung (D/E)
Der Kernauftrag von Erwachsenenbildung ist es, Menschen Wissen und Fertigkeiten zu vermitteln. Oft stehen die Lebensumstände von Menschen diesem Ziel aber im Weg. Es ist eine besondere Herausforderung, den Kreis jener, die dennoch Zugang zur Weiterbildung haben, zu erweitern. Sozialarbeit ist der Königsweg zu diesem Ziel.

A5 – Julia Hille & Jens Tappe: money, money, money, makes me funny – Der Einfluss professioneller Identitäten auf die Konstruktion von „gerechter Bezahlung“ (D)
Im Workshop wird anhand eines Beispiels der Konstruktion professioneller Identitäten von SozialarbeiterInnen und deren Einfluss auf die individuelle Bewertung der eigenen Entlohnung nachgegangen. In einer Diskussion wollen wir mit Ihnen erörtern, welche Auswirkungen das auf die finanzielle Anerkennung von Sozialer Arbeit haben kann.

 

Workshops B (14.30 Uhr – 16.00 Uhr)

B1 – Irene Müller: Gender & systemische Sozialarbeit. Genderreflektierte Beratung und Haltung des Nicht-Wissens: Ein Widerspruch? (D)
Als professionelle Sozialarbeitende haben wir den Auftrag, uns an sozialer Gerechtigkeit und den Menschenrechten zu orientieren (siehe Berufskodex), was einen genderreflexive Blickwinkel (mit-)beinhalten sollte. In der systemischen Beratung sind Haltungen wie „Kundigkeit der Klientin / des Klienten“ und „Position des Nichtwissens“ als BeraterIn zentral. Ist dies für systemische Sozialarbeitende ein Widerspruch oder gibt es da Verbindungen? Was bedeutet dies für Beratungsgespräche? Mittels Kurzreferat, Übungen und gemeinsamem Austausch gehen wir diesen Fragen nach.

B2 – Ludger Kühling: Ohne Ziele ist nicht ziellos (D)
Ziele gelten als wichtig. Doch machen SozialarbeiterInnen auch die Erfahrung, dass KlientInnen zwar bereitwillig Ziele formulieren, diese aber danach im Alltag aus den Augen verlieren. Im Workshop wird die These vertreten, dass sich KlientInnen in solchen Situationen in einem Zielkonflikt befinden, den sie momentan nicht thematisieren. Hier kann es für SozialarbeiterInnen nützlich sein, in einer Haltung der Wertschätzung die Ziele immer wieder in Frage zu stellen.

B3 – Christine Keller & Raimo Wünsche: Dilemmata  überwinden – Eine Lösungssuche für Querdenker (D/E)
Probleme können unter Umständen wie eine feste, unverrückbare Mauer erscheinen. Eine „Problemmauer“ im Kopf verhindert Kreativität und verstellt den Ausblick. Die Tetralemmaarbeit (tetralemmaoperation), eine der indischen Logik entnommene Form systemischer Strukturaufstellungen (systemic structural constellation), bietet die Chance, das „Entweder- oder“ zu überwinden und sich mit Kreativität neuen Perspektiven zuzuwenden. Die Teilnehmer des Workshops sind eingeladen, ein Dilemma mit Hilfe eines Tetralemmas zu überwinden. Der Workshop ist zweisprachig (deutsch, englisch).

B4 – Lucie-Marie Jahn: Wunder(frage) im Klassenzimmer – Allerlei Nützliches aus der systemischen Schatzkiste für den Schulalltag (D)
In deutschen Schulen bestimmen vollgestopfte Lehrpläne, Leistungsdruck und Aussortieren nach nicht erbrachter Leistung zu häufig den Alltag. Dafür verantwortlich ist ein starres Schulsystem, das funktionieren muss und wenige Nischen für die persönliche Entfaltung bietet. Es gibt jedoch immer mindestens sieben Möglichkeiten mit systemischer Sozialarbeit in der Schule wirksam zu werden, die im Workshop gemeinsam erarbeitet werden.

B5 – Johannes Herwig-Lempp: Erfolge ausschlachten – ein ressourcenorientierter Gesprächsleitfaden (D/E)
Erfolge sind Ressourcen – auch dann, wenn sie zunächst unscheinbar sind. Wie man diese Ressourcen „ausschlachten“ und damit nutzbar machen kann, indem man sie ausführlich zum Thema macht, wird in diesem Workshop gezeigt und ausprobiert.