aktualisiert am 17. März 2017

Mindestens sieben Möglichkeiten

Poster-SysFTklMindestens sieben Möglichkeiten – die Vielfalt systemischer Sozialarbeit.

Am 14. und 15. November 2008 fanden sich über 150 PraktikerInnen und WissenschaftlerInnen der Sozialen Arbeit und angrenzenden Professionen aus der Region, aus ganz Deutschland und Österreich an der Hochschule Merseburg zur Fachtagung „Mindestens sieben Möglichkeiten – die Vielfalt systemischer Sozialarbeit“ ein. Rund 25 ReferentInnen aus Praxis und Wissenschaft stellten in Workshops und Vorträgen praktische und theoretische Konzepte zur systemischen Sozialarbeit vor. Nicht nur die eingeladenen ReferentInnen verfügten über Ressourcen, unter den TeilnehmerInnen fanden sich eine mindestens ebenso große Vielfalt an Wissen, an Erfahrungen, Kompetenzen und Fähigkeiten, die u.a. im Rahmen von sogenannten „Spontanworkshops“ zur Geltung kamen: Wer Lust hatte, konnte spontan eine Gesprächsrunde anbieten. Diese Besonderheit fand reges Interesse und die Spontanworkshops wurden als Erfahrungsaustausch und Wissensvermittlung genutzt.

Am Freitagabend las die Berliner Autorin Felicia Zeller auf lebendige Weise und mit Hilfe eines Stimmverzerrers aus ihrem Stück „Kaspar Häuser Meer“ gleich drei Rollen. Das Stück stellt auf eindrucksvolle Weise die schwierige Situation von Mitarbeiterinnen in Jugendämtern dar. Eine wortspielerische Zusammenfassung der Tagung lieferte der Rapper Marcelemcy am Samstag mit seiner „Reflexion in Rap“ (Text und Musik M. Heinrich 2008, www.marcelemcy.de, hier der Download des Liedes, Achtung ca. 12 MB! und des Textes), die nicht nur die jüngeren TeilnehmerInnen begeisterte. Insgesamt war die Veranstaltung in den Augen der TeilnehmerInnen offenbar gelungen.

Ein Dank an die Hinterfrauen und -männer

Veranstalter der Tagung war Johannes Herwig-Lempp vom Fachbereich Soziale Arbeit.Medien.Kultur der Hochschule Merseburg. Mit ihm gemeinsam haben neben den ReferentInnen viele tatkräftige Personen zum Gelingen der Tagung beigetragen, die hier einmal ausdrücklich gewürdigt werden sollen: Zunächst die rund 20 überaus freundlichen HelferInnen aus der Studentenschaft, die – sie waren an ihren roten Schals zu erkennen – im Tagungsbüro, im Tagungscafé und überall sonst ehrenamtlich um das Wohl der ReferentInnen und TeilnehmerInnen besorgt waren. Aber auch hinter den Kulissen wirken an der Hochschule, unsichtbar für die TeilnehmerInnen, viele Menschen mit, damit so ein Event gelingen kann: Das Hausmeisterteam um Herrn Strauch bereitete die Räume vor, die Frau Scheubeck und ihre KollegInnen durch ihre Organisation freigestellt hatten und die von den Putzkräften gesäubert sowie von den MitarbeiterInnen der Pforte verwaltet und gesichert wurden. Herr Jensch trug entscheidend zum Funktionieren der Technik bei. Die MitarbeiterInnen von der Grundstückspflege, Frau Händler, Frau Fischer und Frau Kertitschka zauberten wunderschöne Gestecke, die das Gebäude 144 in einen eindrucksvollen Tagungsort verwandelten. Nicht zu vergessen Frau Kalepky und Frau Klünder aus dem Sekretariatsdekanat für Soziale Arbeit.Medien.Kultur, die den Organisatoren mit Material, Wissen und aufmunternden Worten zur Seite standen. Frau Wilsdorf von der Öffentlichkeit organisierte die Pressearbeit. Und alles umsichtig koordiniert hat die frisch am Fachbereich Soziale Arbeit absolvierte Julia Hille, die auch den geplanten Masterstudiengang Systemische Sozialarbeit organisatorisch betreuen und koordinieren wird. Allen diesen Beteiligten ein herzliches Dankeschön für eine gelungene Fachtagung. Denn neben den anregenden, inhaltsreichen Programmpunkten hat die angenehme und entspannte Atmosphäre zum Gelingen beigetragen.

Veröffentlichungen

Die Zeitschrift KONTEXT hat in ihrem Heft 2/2009 elf Beiträge der Tagung in einem Themenheft veröffentlicht.

Kooperationspartner

Kooperationspartner und damit finanzielle und ideelle Unterstützer der Tagung waren die Deutsche Gesellschaft für Systemische Therapie und Familientherapie (DGSF), der Fachbereich Soziale Arbeit.Medien.Kultur der Hochschule Merseburg, die Deutsche Gesellschaft für Systemische Soziale Arbeit (DSSA), der Fachbereich Soziale Arbeit der Universität Bamberg und die Fakultät Soziale Arbeit und Gesundheit der Hochschule Coburg.

Die nächste Tagung

Diese Fachtagung stand in der Tradition der Fachtagungen zur Systemischen Sozialarbeit in Merseburg (2004), in Bamberg (2005), in Kiel (2006) und in Freiburg (2007) (wenn Sie zukünftig in unseren Verteiler für diese Tagungen und weitere Informationen zur Systemischen Sozialarbeit aufgenommen werden wollen,schicken Sie uns eine Mail mit Ihrem Namen, Ihrer Adresse und Ihrer E-Mail-Adresse).

Die nächste Tagung in Merseburg zur Systemischen Sozialarbeit wird möglicherweise in zwei Jahren zum Abschluss des ersten Masterstudiengangs Systemische Sozialarbeit stattfinden – „schau ‚mer mal!“

Nach-Sicht
Programm
Organisation

Nachsicht


Programm

Mindestens sieben Möglichkeiten – die Vielfalt systemischer Sozialarbeit

Programm
Freitag, 14. November 2008

ab 9.30 Uhr
Anreise, Anmeldung, Kaffee
10.30 Uhr Mindestens sieben Möglichkeiten…
Begrüßung und drei kurze Grußworte
11.00 Uhr Wilfried Hosemann: Soziale Gerechtigkeit durch systemische Praxis
Vortrag und Diskussion
11.50 Uhr Pause
12.10 Uhr Johannes Herwig-Lempp: Die Macht der SozialarbeiterInnen
Vortrag und Diskussion
13.00 Uhr Mittagspause
14.00 Uhr Workshops Freitag
F1 – Katja Weber: Eigene Erfolge wertschätzen – mindestens 7 Möglichkeiten zum Gelingen!
F2 – Barbara Bräutigam: Therapie in der systemischen Sozialarbeit – Bereicherung oder Ärgernis?
F3 – Jan V. Wirth: Leben willst Du? Zur Diskussion einer „Kybernet(h)ik der Lebensführung“
F4 – Monika Kühner: Mit Genogrammen Stärken und Ressourcen sichtbar machen
F5 – Beate Jaquet & Stephan Dietsche: Arbeit(s)los – was nun?
F6 – Matthias Freitag: Resilienz – Anwendungen in der Sozialen Arbeit
F7 – Elke Tischer: Die innere Vielfalt entdecken
F8 – Maraike Kümmelmann & Sabine Rief: Die Timeline – Ressourcen (wieder) entdecken
F9 – Andrea Günther: Die sieben W’s der Schuldnerberatung
F10 – Winfried Büschges-Abel: Über sieben Brücken zu einer Lösung
15.30 Uhr Pause
16.00 Uhr Die Ressourcen der TeilnehmerInnen – Spontanworkshops
Folgende Spontanworkshops kamen zustande:
1. Michael Stolper – Guter Spontanworkshop? Struktur?
2. Judith Schobert – Biografiearbeit mit seelisch verletzten Kindern und Jugendlichen
3. Bernd Steigerwald – Systemische Sozialarbeit im Bereich der Gemeindepsychiatrie
4. Kristina Spindler – Ehrenamt in der Sozialen Arbeit
5. Gunnar Stolze – Und dann hatte ich Psychose…
6. Madeleine Daniel – Entscheidung der Sozialen Arbeit
7. Michael Delorette – Komm mit mir ins Möglichkeitenland
8. Ursula Weser – Kooperation – Schuldnerberatung
18.00 Uhr Saftbar, Imbiss
18.30 Uhr Felicia Zeller liest „Kaspar Häuser Meer“
anschließend Publikumsgespräch
ab 20 Uhr Gemeinsamer Ausklang in einem Merseburger Lokal

Samstag, 15. November 2008

9.00 Uhr Michael Delorette: Bloß nicht lachen, es ist schon schlimm genug!
Vortrag
9.30 Uhr

Workshops Samstag
S1 – Georg Singe: Systemische Sozialarbeit lernen – geht das?
S2 – Renate Wiesender-Bethke: Bausteine erfolgreicher Teamarbeit
S3 – Tobias Kosellek: Systemisch oder Systemtheoretisch? – Zurück zur Unterscheidung
S4 – Timo Ackermann: Blinde Flecken systemischer Sozialarbeit
S5 – Audris Muraitis: Systemische Evaluation Sozialer Arbeit
S6 – Uwe Thiele & Julia Hille: Beschwerde als Ressource?!
S7 – Katrin Firmthaler & Halweig Hanke: Systemische Suchtprävention?!
S8 – Björn Kraus: Jenseits von Wahrheit und Beliebigkeit
S9 – Michael Delorette: Beratung in Zwangskontexten

11.00 Uhr Pause
11.30 Uhr Wolf Ritscher: Jugendhilfe gegen den Strich gebürstet – kritische Fragen eines überzeugten Systemikers an die systemische Sichtweise und die Jugendhilfepolitik
Vortrag und Diskussion
12.50 Uhr Reflexion in Rap – Der Leipziger Rapper Marcelemcy bietet einen musikalischen Rückblick auf die Tagung in Form einer Live-Rap-Performance.
13.00 Uhr Ende der Tagung
13.30 Uhr Öffentliche Mitgliederversammlung der Deutschen Gesellschaft für systemische soziale Arbeit (DSSA)

Ausführliches Programm

Workshops Freitagnachmittag

F1 – Katja Weber: Eigene Erfolge wertschätzen – mindestens 7 Möglichkeiten zum Gelingen!
Jeder Mensch braucht Erfolg – auch Sozialarbeiter. Erfolg wird gemessen an der Erreichung eines angestrebten Zieles. Einen Erfolg zu würdigen, bedeutet darüber zu sprechen, ob das Ziel erreicht wurde und wie dies gelungen ist. Während wir die Erfolge unserer Klienten häufig würdigen können, gelingt uns dies mit unseren eigenen Erfolgen eher selten. Dies können wir ändern.
Katja Weber, Dipl.-Sozialarbeiterin, in Ausbildung zur Systemischen Beraterin, Sozialarbeiterin im Pflegeleitzentrum für Menschen im Wachkoma „St. Georg“, Leipzig.

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F2 – Barbara Bräutigam: Therapie in der systemischen Sozialarbeit – Bereicherung oder Ärgernis?
In diesem Workshop wollen wir nach einer kurzen Einführung ins Thema darüber diskutieren, welche Perspektiven, Möglichkeiten und Schwierigkeiten sich insbesondere im Rahmen der Jugendhilfe bei der Zusammenarbeit von therapeutischen und nicht-therapeutischen Maßnahmen ergeben. Ein besonderer Fokus könnte dabei auf den unterschiedlichen „Sprachen“ und auf der konstruktiven Suche nach geeigneten „Übersetzungsmöglichkeiten“ liegen.
Barbara Bräutigam, Prof. Dr., Hochschule Neubrandenburg, Fachbereich Soziale Arbeit, Bildung und Erziehung. Zuständig für Psychologie und Jugendarbeit.

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F3 – Jan V. Wirth: Leben willst Du? Zur Diskussion einer „Kybernet(h)ik der Lebensführung“
Wie kann sich Systemische Soziale Arbeit zu Problemen der Lebensführung fachlich und normativ positionieren? Die Ziele des Workshops bestehen im sozialarbeiterischen Austausch zu Problemen der Lebensführung und den Möglichkeiten ihrer systemischen Reflexion und Bearbeitung.
Jan V. Wirth, Dipl.-Sozialpädagoge (FH), Dozent, Promotion an der PH Freiburg, www.postmoderne-sozialarbeit.de.

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F4 – Monika Kühner: Mit Genogrammen Stärken und Ressourcen sichtbar machen
Genogramme sind ein traditionelles Werkzeug der systemischen Sozialen Arbeit um Familien abzubilden, Strukturen und historische Zusammenhänge sichtbar zu machen und für Hypothesenbildungen. Darüber hinaus können Genogramme aber auch als Ressourcenfinder und zur Visualisierung von Netzwerken und sozialem Kapital eingesetzt werden. In dem Workshop werden wir uns der Methode Genogrammarbeit aus einer auf Stärken orientierten Sicht nähern.
Monika Kühner, Dipl.-Sozialpädagogin (FH), Bamberg.

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F5 – Beate Jaquet & Stephan Dietsche: Arbeit(s)los – was nun?
In der Arbeit mit benachteiligten „Jugendlichen“ haben wir die Erfahrung gemacht, dass diese durch systemisches Arbeiten qualifiziert und gezielt gefördert werden können. Erste Ergebnisse werden im Workshop diskutiert und vorgestellt.
Beate Jaquet, Diplom-Supervisorin und Diplom-Sozialarbeiterin, Naumburg/ Saale, www.supervision-sinn.de
Stephan Dietsche, Diplom-Pädagoge und Supervisor, Detmold, www.personalentwickler.eu

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F6 – Matthias Freitag: Resilienz (Widerstandsfähigkeit) – Anwendungen in der Sozialen Arbeit
Das Resilienzkonzept thematisiert, wie Kinder unter schwierigen Bedingungen trotzdem gut aufwachsen können. Im Workshop wird das Konzept erläutert. Es werden Hinweise zur Umsetzung gegeben. Anhand konkreter Beispiele werden methodische Zugänge und Haltung in Übungen sowie im Erfahrungsaustausch erfahren und reflektiert.
Matthias Freitag, Diplompsychologe, Supervisor, leitet das Institut für Systemische Arbeiten ISA Chemnitz (Systemische Weiterbildungen und Projekte in der Sozialarbeit), www.isa-chemnitz.de,

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F7 – Elke Tischer: Die innere Vielfalt entdecken
Die menschliche Persönlichkeit verfügt über eine Vielfalt unterschiedlicher Aspekte und Bedürfnisse, die häufig widersprüchlich auf unbewusster Ebene agieren. Gezeigt wird eine Arbeitsmethode für die Arbeit mit Kindern, mit der das Ich unterstützt werden kann, die innere Vielfalt zu einem harmonischen Ganzen zu gestalten.
Elke Tischer, Dipl. Sozialpädagogin, Systemische Therapeutin/Familientherapeutin Erziehungsberatungsstelle Aschersleben.

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F8 – Maraike Kümmelmann & Sabine Rief: Die Timeline – Ressourcen (wieder) entdecken
Die Arbeit mit der „Timeline“ im Kontext systemischer Beratung bietet eine einfache Möglichkeit zur (Wieder-) Entdeckung und Aktivierung von Ressourcen. Im Workshop stellen wir die Methode vor. Anschließend kann diese erprobt und Erfahrungen damit ausgetauscht werden.
Maraike Kümmelmann, Dipl. Sozialpäd (FH), familientherapeutische Ausbildung, Tätigkeitsfeld: Ambulante Erziehungshilfen in Bamberg bei MoBam (Mobile Betreuung Bamberg).
Sabine Rief, Dipl. Sozialpäd. (FH), familientherapeutische Ausbildung, Tätigkeitsfeld: Beratung und Begleitung von Familien in Krisensituationen im Rahmen der Angebote „Familie im Fokus“ und „Familienunterstützung X“ von Synergie Soziale Bildung im Bodenseekreis.

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F9 – Andrea Günther: Die sieben W’s der Schuldnerberatung
Das Handwerkszeug der „W-Fragen“ erlebe ich in der Schuldnerberatung als eine Möglichkeit, die Variable K(lient) in den Beratungsprozess einzubeziehen. Dies führt teilweise zu überraschenden Beratungsverläufen oder Lösungen. Ich lade zu einem Erfahrungsbericht ein.
Andrea Günther, Diplom-Betriebswirt/ Diplom-Sozialpädagoge, Schuldnerberaterin, Leipzig.

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F10 – Winfried Büschges-Abel: Über sieben Brücken zu einer Lösung
Getreu der Weisheit, dass eine Gruppe immer mehr weiß als ein Meister alleine, wollen wir in diesem Workshop mit Hilfe Ihrer persönlichen Erfahrungen systemische Interventionen entwickeln und reflektieren. Jede Intervention ist einzigartig, und so gilt es zu verstehen, dass sie immer auch völlig anders ausfallen kann. Gemäß der systemischen Philosophie soll deutlich werden, dass weniger die bewährten Standardlösungen als vielmehr Innovation und Kunstfertigkeit gefragt sind. Weit mehr also, als wissenschaftliche Theorien vermögen.
Dr. Winfried Büschges-Abel, Professor für Methoden und Systematik an der Hochschule Mannheim, Fakultät für Sozialwesen. Schwerpunktthema in Forschung und Lehre Systemische Soziale Arbeit, Psychotherapeut (HPG), systemischer Supervisor und Coach

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Workshops Samstagvormittag

S1 – Georg Singe: Systemische Sozialarbeit lernen – geht das?
Konzepte der Entwicklung einer professionellen Berufsidentität der Fachkräfte Sozialer Arbeit gibt es viele. Wie sehen aber Lernprozesse in der Sozialen Arbeit aus, sich als systemische/r Sozialarbeiter/in zu verstehen und zu handeln? Zu dieser Frage sollen einige Thesen zur Diskussion gestellt werden und ein Erfahrungsaustausch angeregt werden.
Georg Singe, Dr., Dipl.-Theol.; Dipl.-SozArb., Familientherapeut und systemischer Supervisor (DGSF), Dozent am Institut für Soziale Arbeit, Angewandte Psychologie und Sportwissenschaften der Hochschule Vechta. Webseite

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S2 – Renate Wiesender-Bethke: Bausteine erfolgreicher Teamarbeit
Unter diesem Aspekt sollen im Workshop mit Hilfe von systemischen Übungen und Methoden die Bedeutung unterschiedlicher Rollen im Team und deren Einfluss auf gelingende Teamarbeit erfahrbar gemacht werden.
Renate Wiesender-Bethke, Diplom-Pädagogin, Koordinatorin für sozpäd. Familienhilfe, system. Supervisorin, Pforzheim.

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S3 – Tobias Kosellek: Systemisch oder Systemtheoretisch? – Zurück zur Unterscheidung

Bringt es einen Gewinn, etwas als System zu beschreiben, wenn der Begriff des Systems durch den inflationären Gebrauch in Theorie und Praxis seine Beschreibungskraft verloren hat? Ein differenzierter Blick ins Dunkel kann hier helfen, wieder zu sehen.
Tobias Kosellek, Wiss. Mitarbeiter in Forschung und Lehre an der Friedrich-Schiller-Universität Jena; Institut für Erziehungswissenschaft, Lehrstuhl für Sozialpädagogik und außerschulische Bildung. Schwerpunkt: Familie, Intervention und die Formen der Hilfe im Wandel gesellschaftlicher Bedingungen aus systemtheoretischer Sicht (N. Luhmann), Webseite

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S4 – Timo Ackermann: Blinde Flecken Systemischer Sozialarbeit
Welche „blinden Flecken“ handeln wir uns als SozialarbeiterInnen ein, wenn wir uns auf konstruktivistische Systemtheorie beziehen? Diese Frage wird nach einem einführenden Referat mit den TeilnehmerInnen in Bezug auf ihr Wissen und ihre Erfahrung diskutiert. Die Ergebnisse der Diskussion sollen in ein aktuelles Forschungsprojekt einfließen.
Timo Ackermann, Dipl. Soz. Arb./Soz. Päd., tätig in der Kinder- und Jugendhilfe in Berlin Marzahn, Lehrbeauftragter an der ASFH Berlin und der FH Potsdam, Webseite

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S5 – Audris Muraitis: Systemische Evaluation Sozialer Arbeit
Systemische Sozialarbeit lässt sich nur schwer mit den Standardkatalog der empirischen Sozialforschung evaluieren, besser ist es, systemische Maßstäbe anzusetzen. Im Workshop zeige ich am Beispiel eines laufenden Evaluationsprojekts, dass dies möglich ist – und wo sie sich noch in der Praxis anwenden lassen.
Audris Alexander Muraitis, Diplom Sozialwissenschaftler, Lehrbeauftragter an der FH Potsdam im Fachbereich Sozialwesen, Trainer für Case Management (ZEW), Evaluiert soziale Unternehmen und Projekte, promoviert bei Prof. Dr. Dirk Baecker.

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S6 – Uwe Thiele & Julia Hille: Beschwerde als Ressource?!
Ein faires und offen gelegtes Beschwerdemanagement kann dafür sorgen, dass frühzeitig Ärger und Unzufriedenheit abgebaut werden können. Im Workshop möchten wir den neu gegründeten Verein „Lotse e.V. – Beschwerde- und Vermittlungsstelle der Jugendhilfe“ aus Halle (Saale) vorstellen und eine Methode erproben, wie Beschwerde zum Thema gemacht werden kann.
Uwe Thiele, Ambulante Hilfen zur Erziehung, AWO Halle/Saale, Lehrbeauftragter an der HS Merseburg; Julia Hille, Sozialpädagogin/Sozialarbeiterin (Bachelor), Lehrbeauftrage an der HS Merseburg;

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S7 – Katrin Firmthaler & Halweig Hanke: Systemische Suchtprävention?!
Die Theorie, die Haltung und die Methoden des Systemischen Arbeitens lassen sich in den Bereich der Suchtprävention sehr gut integrieren. Inhalte dieses Workshops sollen dabei die Möglichkeiten sein, welche sich aus der Verknüpfung von Systemischer Arbeit und Prävention ergeben. Dabei bietet die Fachtagung den Rahmen, Methoden aus der Praxis zu reflektieren und zugleich bleibt der Wunsch neue, weitere Möglichkeiten zu erfinden. Wir freuen uns auf einen bereichernden Workshop.
Katrin Firmthaler, Diplom Sozialpädagogin, Systemische Beraterin, 7 Jahre Suchtprävention mit verschiedenen Zielgruppen, 1,5 Jahre Suchtberatung, z.Zt. Arbeit in einer Kita und systemisch-beratende Arbeit, Weißenfels und Naumburg.
Halweig Hanke, Dipl.-Sozarb./päd., Dipl.-Philosoph, Systemische Beraterin, Dozentin an der Hochschule Merseburg, Fachbereich Soziale Arbeit.Medien.Kultur, Halle, Webseite

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S8 – Björn Kraus: Jenseits von Wahrheit und Beliebigkeit
Es sollen konstruktivistische Grundlagen systemischer Methodik diskutiert werden – sowohl mit Blick auf hilfreiche Konsequenzen (Nicht-Wissen, Neutralität, Nicht-Instruierbarkeit), als auch mit Blick auf mögliche Überziehungen (Positionslosigkeit, Hilflosigkeit, Beliebigkeit).
Björn Kraus, Dr., Professor für Sozialarbeitswissenschaft an der EFH Freiburg, Dipl. Sozialpädagoge (FH), Systemischer Therapeut und Berater (SG), Systemischer Supervisor (SG)
Webseite

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S9 – Michael Delorette: Beratung in Zwangskontexten
Es hat sich immer wieder gezeigt, dass eine bestimmte Klientel nur in oder unter Zwangskontexten gut zu erreichen ist. Hier haben sich inzwischen Herangehensweisen entwickelt, die eine gute Zusammenarbeit mit dieser Klientel ermöglicht und ein respektvolles Miteinander fördert. Die Motivation, seinen Sozialarbeiter wieder los zu werden, kann dabei als Triebkraft in der gemeinsamen Arbeit genutzt werden. Eine spannende Arbeit, die aber (wie so oft) eine kluge Herangehensweise erfordert.
Michael Delorette, Diplom-Sozialarbeiter und Familientherapeut, Erziehungsbeistand im Jugendamt Wuppertal

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Spontanworkshops

Die Ressourcen der TeilnehmerInnen: Spontanworkshops
Nicht nur die eingeladenen ReferentInnen verfügen über Ressourcen, unter den TeilnehmerInnen findet sich eine mindestens ebenso große Vielfalt an Wissen, an Erfahrungen, Kompetenzen und Fähigkeiten. Im Rahmen der Fachtagung besteht die Gelegenheit zu sogenannten „Spontanworkshops“, die sich ein wenig an der OpenSpace-Methode anlehnen: Wer Lust hat, kann spontan eine Gesprächsrunde anbieten. Wer will kann dazu kommen, und wer kommt, so eine der wenigen Regeln, ist genau richtig. Die Spontanworkshops dauern eineinhalb Stunden, wenn sie früher aus sind, sind sie früher aus. Und wer vorher gehen will, geht – vielleicht in einen anderen Workshop oder zum Kaffeetrinken.
Wir würden uns freuen, wenn einige von Ihnen die Gelegenheit ergreifen würden und ihr eigenes Thema anbieten – Gelegenheit hierzu ist am Freitag von 16 bis 18 Uhr. Wenn Sie Lust hätten, aber noch Informationen oder einen kleinen Anschub bräuchten, mailen Sie uns kurz, ganz unverbindlich. Ansonsten sind wir einfach gespannt.

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Theater-Lesung

Felicia Zeller: „Kaspar Häuser Meer“. Theaterstück – Lesung der Autorin
Kollege Björn ist ausgebrannt. Niemand weiß, wann er wieder einsatzfähig sein wird. Er hinterlässt 104 Fälle in einer lückenhaften Dokumentation. Die drei Jugendamtssozialarbeiterinnen Barbara, Silvia und Anika rotieren. Felicia Zeller hat genau beobachtet und mit „Kaspar Häuser Meer“ ein atemloses Sprechstück konstruiert, eine Sprachkaskade von Aufopferungsbereitschaft, gutem Willen, schlechtem Gewissen, Sozialjargon, Mitgefühl, Überforderung, Verzweiflung. Dabei bringt Zeller den bestehenden Druck, die Verantwortung und Hilflosigkeit angesichts von politikgewollten Sachzwängen genau auf den Punkt. Eine irrwitzige Farce, denn die letzte Ressource bleibt „Humor“.
Felicia Zeller bringt ihren Stimmverzerrer mit und liest alle Rollen selbst. Anschließend können wir mit ihr über das Stück diskutieren.
„Kaspar Häuser Meer“ entstand im Auftrag des Theater Freiburg und erhielt den Publikumspreis bei den Mülheimer Theatertagen 2008.
Mehr zur Autorin und zum Stück finden Sie auf der Webseite von Felicia Zeller.

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Vorträge

Wilfried Hosemann: Soziale Gerechtigkeit durch systemische Praxis
Systemische Praxis fördert Beobachterperspektiven für soziale Gerechtigkeit, soziale Anerkennung sowie soziale Teilhabe und bietet Alternativen zur Enteignung der Leistungen der Sozialen Arbeit.
Wilfried Hosemann, Professor für Theorien und Methoden der Sozialen Arbeit, Universität Bamberg und Hochschule Coburg, Vorsitzender der DSSA, wilfried.hosemann@uni-bamberg.de.

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Johannes Herwig-Lempp: Die Macht der SozialarbeiterInnen
Das Bewusstsein für Macht allgemein sowie für die eigene Macht im Besonderen ist bei SozialarbeiterInnen durchaus „ausbaufähig“. Dabei ist Macht eine wichtige Voraussetzung für wirksame Veränderung, insbesondere wenn man Macht als Vermögen begreift, das Mögliche wirklich werden zu lassen. Dann kann Macht sogar Spaß machen.
Johannes Herwig-Lempp, Dipl.-Soz.päd., Dr. phil., Professor an der Hochschule Merseburg für Systemische Sozialarbeit/ Sozialarbeitswissenschaften. Systemischer Sozialarbeiter, Fortbilder und Supervisor. http://www.herwig-lempp.de.

Michael Delorette: Bloß nicht lachen, es ist schon schlimm genug!
Humor in der Sozialarbeit kann hilfreich sein, muss es aber nicht. Beobachtungen aus dem Arbeitsleben.
Michael Delorette, Diplom-Sozialarbeiter und Familientherapeut, Erziehungsbeistand im Jugendamt Wuppertal

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Wolf Ritscher: Jugendhilfe gegen den Strich gebürstet – kritische Fragen eines überzeugten Systemikers an die systemische Sichtweise und die Jugendhilfepolitik
Im ersten Teil meines Vortrages werde ich einige systemischen Grundannahmen aus der Perspektive von Sozialer Arbeit, Beratung und Therapie „gegen den Strich bürsten“. Im zweiten Teil werde ich 2 politisch gewollte Ideologeme in der gegenwärtigen Jugendhilfe – und darüber hinaus in der gesamten Sozialen Arbeit – kritisch beleuchten. Als Aufrufe zur „Wirtschaftlichkeit“ und zur „Organisationsentwicklung“ sind sie sattsam bekannt.
Wolf Ritscher, Dr. phil., M.A. Dipl.-Psychologe, Professor für Psychologie mit Schwerpunkt Familientherapie und –beratung an der Hochschule für Sozialwesen Esslingen.

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Abschluss

Marcelemcy: Reflexion in Rap

Die Hirnzellen eines Rap-Musikers und eines Sozialarbeiters wurden im geheimen Untergrundlabor zu diesem bionischen Prototypen zusammen gefügt. Auf beiden Frequenzebenen werden die Antennen des „Marcelemcy“ die Geschehnisse während der gesamten Fachtagung empfangen und in einem soliden Flash Memory abspeichern. Der integrierte Sprachmodulator wird schließlich die verarbeiteten Informationen zum Abschluss der Tagung reimtechnisch stilisiert hervorbringen und somit allen Teilnehmern einen ungewöhnlichen Abschluss bescheren.

Marcell Heinrich alias Marcelemcy, Rapper, Dipl. Soz.päd., Kulturorientierte Jugendarbeit und Mobile Jugendarbeit in Leipzig, Lehrbeauftragter an der Hochschule Merseburg, Fachbereich Soziale Arbeit.Medien.Kultur. http://www.educationgroup.de/ / http://www.marcelemcy.de/

Organisation

Beginn: Freitag, 14. November 2008, 10.30 Uhr, Ende: Samstag, 15. November 2008, 13 Uhr

Ort: Hochschule Merseburg, Geusaer Straße 88, 06217 Merseburg, Gebäude 144 und 107

Information und Anmeldung über Fachtagung Systemische Sozialarbeit, c/o Prof. Dr. Johannes Herwig-Lempp Hochschule Merseburg, Fachbereich Soziale Arbeit.Medien.Kultur, 06217 Merseburg, e-mail: fachtagung@systemische-sozialarbeit.de

Tagungsbeitrag: 90,- Euro/ Ermäßigung für Studierende: 40,- Euro (bei Anmeldung bis 15. Oktober: 60,- Euro/ ermäßigt 25,- Euro) Bankverbindung J. Herwig-Lempp, Fachtagung,
Sparkasse Merseburg, BLZ 800 50 500, Konto 331 000 11 20

Bei Bedarf (Anmeldung bis 1. November) bieten wir Kinderbetreuung für einen Beitrag von 5,- Euro je Vormittag bzw. Nachmittag an.

Tagungsbüro (nur während der Tagung am 14./15. November): Hochschule Merseburg, Gebäude 144, Tel. 0176/ 810 52 920

Julia HilleHerwig-LemppTagungsorganisation

Julia Hille & Johannes Herwig-Lempp
Hochschule Merseburg,
Fachbereich Soziale Arbeit.Medien.Kultur
Geusaer Str. 88, D-06217 Merseburg
fachtagung@systemische-sozialarbeit.de
Tel. 0176/ 810 52 920 (Julia Hille)
Tel. 0179/ 109 39 49 (Johannes Herwig-Lempp)

Veranstalter: Prof. Dr. Johannes Herwig-Lempp, Merseburg/ Halle
In Kooperation mit: